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Ellio Schneider rechnet mit steigendem Reha-Bedarf

Isny - Die Zukunft der Rehabilitation ist gestern Thema beim Pressefrühstück der Waldburg-Zeil-Kliniken in Isny gewesen. Geschäftsführer Ellio Schneider betonte, dass ihre Bedeutung bei gestiegenem Renteneintrittsalter und der allgemeinen demographischen Entwicklung zu einer älteren Bevölkerung hin zentraler wird.
Positiv bewertete Schneider die Berücksichtigung der Reha in der unlängst verabschiedeten Gesundheitsreform. Das vom Bundesverband Deutscher Privatkliniken eingereichte Positionspapier habe zu den gewünschten Änderungen geführt, so dass die Reha in dem Reformwerk nun eine "stabile Position" habe.
Man müsse die "formellen Voraussetzungen" jetzt aber auch umsetzen, denn mit dem zwischenzeitlich auf 67 Jahre erhöhten Renteneintrittsalter stünden "ganz neue Herausforderungen" bevor.
In Zukunft, so Schneider, werde die Reha eine noch wichtigere Rolle spielen, wenn es darum gehe, mittels wirkungsvoller Behandlung Frühverrentungen zu vermeiden, die Pflegeversicherung zu entlasten und vor allem über eine schnelle Wiedereingliederung in den beruflichen und privaten Alltag Lohnnebenkosten und Krankenkassenbeiträge zu sparen.
Nötig seien dazu noch intensivere Kooperationen mit Krankenhäusern und niedergelassenen Ärzten, aber auch interne Umstrukturierungen, die auf individuell abgestimmte, effizientere Arbeitsabläufe abzielten.
Grundsätzlich, so Schneider, sei in den kommenden Jahren mit einem steigenden Reha-Bedarf zu rechnen, wobei Onkologie und Psychosomatik in den Vorder-, Behandlungen in den Bereichen Bewegungsorgane und Herzkreislauf in den Hintergrund rücken würden.
Mehr Bedeutung werde, so Schneiders Einschätzung, der ambulanten Reha zukommen. Potential sah er hier besonders für Orthopädie und Kardiologie. Reha-Angebote im Ausland würden ebenfalls ein Thema sein. Die stationäre Reha werde aber auch in Zukunft und besonders im ländlichen Raum zentral bleiben.
Den Patienten wollte Schneider noch stärker im Fokus sehen. Die Reha müsse "individueller" werden, also auch auf den Lebenshintergrund der Patienten abgestimmt werden. Generell müssten Patienten - und deren Angehörige - besser über Ablauf und Organisation der Reha informiert werden und selbst aktiver in die "Arbeit" am Heilungsprozess eingebunden werden.
Inwieweit Patienten auch finanziell eingebunden würden, darüber mochte Schneider nur Prognosen abgeben. Dass künftig eine Selbstbeteiligung fällig wird, oder auch eine Verknüpfung von Reha-Maßnahme und Urlaub, hielt er allerdings für "wahrscheinlich". Was die Zukunft der Waldburg-Zeil Kliniken betrifft, vermittelte der Geschäftsführer einen sehr optimistischen Eindruck.
Auf lange Sicht sei nicht nur geplant, die Mitarbeiterzahlen zu erhöhen, sondern auch über die Bundesgrenzen hinaus zu wachsen, "um Betrieb und Engagement in den nahen Nachbarländern auszubauen".
Artikel aus: "Schwäbische Zeitung" vom 14.3.2007, Ausgabe Isny, von Lisa Contag. |
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